Donnerstag, 23. April 2015

Public Toilets

Die Restaurants haben dann auch mal keins, aber dafür gibt es an jeder Ecke offentliche Toiletten. Gott sei Dank sind die meistwn mit privaten Kabinen - so gleichgeschaltet sind wir noch nicht!!!

Beijing III - Eine fahrradfreundliche Stadt

Wir sind umgezogen und werden insgesamt 6 Nächte in Beijing bleiben. Es könnte noch länger sein, so fehlen uns am Ende doch noch der Olympiabereich mit Water Cube und Birds Nest Stadium. Wir wären so gerne im Olympiastadion schwimmen gegangen!

Aber unser neues Hostel ist eigentlich ein nettes kleines Hotel in einem Altstadtbereich, einem sogenannten Hutong. Es heißt Chinese Box und die Zimmer sind wahrlich nur Boxen aber alles ist schön und sorgfältig gemacht auf eineb Inbenhof gehend, ganz klassisch diese Bauweise, freitags wird es eine Dumplingparty umsinst geben, wo wir die anderen Reisenden kennenlernen, man wird uns Zugtickets buchen und Reisetipps geben, und: Es gibt endlich Fahrräder zur freien Verfügung!!!

Und so cruisen wir durch die Stadt, vorbei am Tiananmen-Platz, für welchen man Eintritt bezahlen müsste, vorbei an Regierungsgebäuden, vor denen man nicht lange stehen bleiben, geschweige denn Fotos machen darf, und wieder an den verwirklichten Träumen der Architekten vorbei.

Es gibt immer einen Extraweg für Räder, den wir uns allerdings mit den zahlreichen Elektrorollern teilen, welche so leise sind, dass man sie gar nicht mehr hört, so dass sie entweder permanent ein Piepen von sich geben oder permanent hupen. Benzinmopeds sind verboten in den Innenstädten!!! Man denkt glatt China kümmere sich um Umwrltschutz!!!

Die Überquerungen der Kreuzungen sind teils abenteuerlich, trotz oder gerade mit der häufig anzutreffenden Verkehrsführung durch Polizisten. Auf demAsphalt sind immer noch die Fahrradvorschriften dargelegt. Am sichersten wartet man, bis sich eine kleine Meute gebildet hat und wagt sich dann todesmutig mit den anderen vor, da muss auch noch nicht grün im eigentlichen Sinne sein. Es gilt das Recht des Stärkeren, hier das Auto, dennoch kommen die Autofahrer ganz gut klar mit den Radlern und Mopeds,besser als in Berlin, wo man beim kleinsten Vergehen vom Autofahrer garantiert angepampt wird.

Alles in allem fühlen wir uns wie die Königinnen von Peking - die Stadt gehört nun uns! Das Glück der Erde liegt auf dem Sattel des Fahrrads! Nur auf dem Rückweg nervt die Rush Hour dann doch ein wenig. Ein Tag weniger leben  - aber das war es wert!

Beijing II - mehr Fotos

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Beijing II - Auf der Suche nach einem Fahrrad

In China soll ja so viel Fahrrad gefahren werden - im Rahmen der Kulturrevolution, als es sonst nichts gab. Vermutlich ist das im Rahmen der Wirtschaftsrevolution abgeschafft worden - wir jedenfalls finden den Fahrradladen nicht...
Dafür finden wir so viel anderes!
Zunächst, an unserer U-Bahn-Zielstation, einen hervorragenden Food Court! Essen! Essen, welches man durch daraufzeigen auswählen kann! Es ist 11:30, Hauptessenszeit, die Halle ist gerammelt voll. An den Rändern sind Stände, an denen unterschiedliche Gerichte angeboten werden. Man muss zunächst eine Art Mensa-karte erwerben und Geld daraufladen, dann ein Tablett schnappen und auswählen, an den Ständen wird dann das Geld direkt abgebucht. Ich verliebe mich in einen Stand mit bestimmt 15 unterschiedlichen Gemúseschälchen und wähle drei aus, dazu nehmen wir die allgegenwärtigen Dumplings, die wieder mit einer Art Hackfleischfüllung kommen und getunkt in eine Mischung aus Sojasoße, Essig und scharfer Soße mir am besten schmecken. (Am allerbesten schmeckt uns allerdings die vegetarische Version, welche leider, während wir uns weiter ins Land und nach Osten arbeiten seltener wird zugunsten von Schweinefleisch). An anderen Ständen wiederum wählt man die Zutaten für die Nudelsuppe roh aus und lässt sie dann frisch kochen. Koreanische Gerichte scheinen ebenfalls beliebt. Tofu wird später noch seine vegane Unschuld verlieren - gekocht in einem Innereiensud...
Hervorragend gestärkt durch das unerwartete Essen im Ubahnhof muss ein Verdauungskaffee her - leider geht ein relevanter Anteil unserer Urlaubskasse für Cappuccino bei Starbucks, Costa und Konsorten drauf...
Mit dem Kaffee to go suchen wir den passenden Ubahn-Ausgang, diese sind immer von 1-4 durchnummeriert und man sollte sich auch strikt daran halten, sofern man weiß, wo man raus soll. Bei einer späteren Gelegenheit können wir zum Beispiel nicht zum Busbahnhof gelangen, welcher sich auf der anderen Seite eines Schienenbahnhofes befindet, ohne erneut ein Ubahn-Jeton zu erwerben und untenherum zum anderen Ausgang zu gelangen. Hier aber verschwimmt die Ubahn mit einer Mall, und plötzlich finden wir uns im SOHO GALAXY wieder, eines der vielen emblematischen Objekte, in denen sich (westliche) Architekten in Chinas neuen Megestädten ausleben. Der Lonely Planet bezeichnet das passend als "architects wet dreams...". Hier im Inbenhof lässt sich jedenfalls super der Kaffee schlürfen und das Treiben der neuen Pekinger Elite betrachten. Allgegenwärtig sind gleichzeitig Menschen, die saubermachen. Und so ist alles schön gepflegt, man trifft aber auch häufig auf dreckige Ecken, ein Phänomen das sich am besten mit "vorne hui, hinten pfui" beschreiben lässt. Dennoch, man staunt über diese neuen Gebäude, vor allem wenn man in Berlin so piefiges Zeug wie "Das Schloß" sich vor Augen führt.
Wir meandern weiter auf der Suche nach dem Fahrradverleih aus dem Reiseführer. Dabei entdecken wir gruselige kleine Plastikbälle, in den lebende winzige Schildkröten in Wasser hocken. Eine ist schon tot. Sie hat es geschafft, könnte man sagen. Plötzlich ändert sich das Straßenbild, kyrillische Schriftzeichen mischen den chinesischen Strichwald auf, riesige Modefotorafien kleben an Häuserfassaden, auch das Wort "fur" wiederholt sich. In ein fensterloses Gebäude strömen Menschen ein und aus. Neugierig treten wir ein. Es wirkt eigentlich wie ein normales Kaufhaus, es gibt Shops mit Schaufenstern, aber hinter dem Eingang hängt immer ein Vorhang, der Blick in den eigentlichen Shop ist versperrt, für die Temperaturen hier sind das wirklich viele Mäntel, ein Daunenmantel imponiert mit äusserst üppigem Dekolleté, und der Groschen fällt: Hier werden Geschäfte gemacht hinter den Vorhängen, hier shoppt man nicht für sich, man kauft der Großhandel nach Russland ein, und hier werden auch die Pelze umgeschlagen, über die wir uns in Europa echauffieren. Ich mache ein Foto, aber eine Wachperson nähert sich, und wir schlüpfen wieder nach draußen auf der Suche nach dem Fahrrad...
Wir haben zwar die genaue Adresse, aber aufgrund der großen Firewall ja noch lang kein google maps, also suchen wir mit Reiseführer-Karte, Händen und (allmählich schon müden) Füßen! Wir scheuen keine Mühen, zeigen Chinesen die Adresse in Schriftzeichen, wir müssten quasi schon da sein, wir fragen sogar die lungernde Polizei, aber kommen nicht zum Ziel. Dafür stossen wir auf Kunst, die wehtut (oder die wir nicht verstehen, so wie wir auch erst später durch anhaltende Begleitlektüre anfangen, Ai Wei wei zu verstehen), auf Architektur, die sich unverständlicherweise "green park" nennt, versuchen, in ein Taxi zu steigen, werden aber mehrfach abgelehnt, versmogen auf einer Riesenkreuzung und steigen schließlich leicht entnervt wieder in die Ubahn, denn Ubahnfahren, das können wir echt richtig gut!

Freitag, 17. April 2015

Beijing my love - Eins

Hoffentlich wird das nicht 5 mal gesendet! Internetprobleme... Oder Zensur ;-)

Peking fasziniert und hält uns seit Tagen in Bann.

Unsere erste Unterkunft war ein WG-Zimmer in einem klassischen Wohnhaus, 18. OG, direkt an der U-Bahnstation gelegen, wo der Airport-Expresszug ankommt. Das Gebäude ist, für chinesische Verhältnisse, schon ziemlich alt - ich schätze so 20 - 30 Jahre, seitdem hat jedenfalls keiner mehr daran gearbeitet, der Hauseingang ist dreckig, Fahrräder mit dicker Staubschicht stehen im Gang und von zwei Fahrstühlen funktioniert nur einer, so dass man abends bei der Heimkehr ernsthaft Schlange stehen muss, um hochzukommen. In den Aussenfluren steht Zeugs herum, das jedem Brandschutzbeauftragten Alpträume machen muss und es riecht überall nach Katzenpisse. Auf das Treppenhaus trauen wir uns kein einziges Mal - die Phantasie traut diesem Ort grausliches zu. Aber das Zimmer selbst ist groß, hell und sauber und die Dusche heiß, in der Küche kann man sich nen Kaffee machen und Lage und Preis sind gut. Die Gastgeberin selbst treffen wir nicht, aber unsere Mitbewohner sind drei junge Leute aus Deutschland und Portugal, wahlweise studieren sie BWL oder international management oder irgendein Ingenieurswesen und machen natürlich Praktika bei irgendeiner internationalen Firma hier in Peking. Gegenüber eine schicke Mall inklusive Starbucks Café und vor dem Haus noch ein Strassenobstverkäufer und ein Tante-Emma-Laden in einem übriggebliebenen einstöckigen Gebäude.

Insgesamt ein hochgradig authentisches Erlebnis. So würde man hier wohl leben - zumindest als Student!

Das Wetter ist übrigens gut, blauer Himmel und die Schadstoffbelastung "healthy". Am dritten Tag zieht ein Sturm auf der moch zusätzlichen Sand aus der Mongolei bringt, 10% aller Einwohner tragen sinnlose Einweg-Mundschütze. Am Nachmittag kann man das zweite Wohnhaus von gegenüber kaum noch erkennen, wir sind ungewöhnlich müde und der Smogindex steigt auf über 200, "hazardous"!!!

Montag, 13. April 2015

Kulturschock: Peking - erster Tag

Danielas chinesisch wird leider noch nicht so gut verstanden, wir haben trotzdem ein sehr gutes Menü zusammenstellen können dank Fotos auf der Speisekarte. Dann haben wir noch "Wasser" bestellt - allgemeines Unverständnis - und dann wurden uns zwei Becher heißen Wassers ohne alles serviert - es wird sicher noch besser!